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Sonntag, 18. Oktober 2009

Geburtstag im Museum am Beispiel Tiroler Landesmuseen - Zeughaus

Beitrag von Eveline Muigg,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Wer auf die Internetseite der Tiroler Landesmuseen schaut, bekommt einen guten Einblick über die Möglichkeiten, die einzelnen Institutionen besser kennen zu lernen und das Museum durch verschiedene VermittlungsangebZote zu erleben. Eines dieser Angebote ist für Kinder, ihren Geburtstag im Zeughaus zu feiern.

Ein Hauptanliegen der Museumspädagogik ist es, das Museum mit allen Sinnen den Besuchern näher zu bringen. Dabei hat die Museumspädagogik die Aufgabe, Themen und Inhalte zu vermitteln und dabei auf das Interesse des Besuchers einzugehen. Ich habe als nicht-teilnehmende Beobachterin an einer Geburtstagsfeier im Zeughaus teilgenommen, um passiv das Fest von außen betrachten zu können.

Durch personale Vermittlung konnten die Kinder mit allen Sinnen das Museum kennen lernen. Durch eine Ausgrabung und die Betätigung als Archäologen waren sie sehr konzentriert an der Arbeit. Sie nahmen sehr interessiert die Informationen auf, die ihnen durch die Vermittlerin näher gebracht wurden. Durch den offenen Zugang konnten alle Kinder, auch jüngere, daran teilnehmen. Die Vermittlerin ging immer auf das Interesse und die Fragen der Kinder ein. Sie konnten vor allem in der Gruppe aber auch alleine, z.B. bei Diskussionen, aktiv sein. Die Museumspädagogin hat immer auf die Bedürfnisse der Kinder Rücksicht genommen. Jedes Kind durfte etwas sagen, auch die „ruhigeren“ Kinder kamen an die Reihe. Durch einen kreativen Umgang waren die Kinder sehr wissbegierig und neugierig. Auch wenn die Kinder vom Thema abschweiften, hat die Vermittlerin sie immer durch kleine Hinweise oder durch Erzählungen wieder zurück zum Thema führen können. Durch dieses nicht-formale Lernen wurde den Kindern ein offener, kreativer und spielerischer Zugang zum Lernangebot im Zeughaus ermöglicht.

GRASSI-Museum für Völkerkunde zu Leipzig

Beitrag von Anne-Kathrin Puschendorf,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Sonderausstellung FaltenReich- Vom Älterwerden in der Welt (vom 19.3.-4.10.2009)

Das GRASSI-Museum für Völkerkunde befindet sich auf dem Johannisplatz 5-11 in Leipzig, Sachsen, Deutschland. Es zählt zu den bedeutsamen Kultureinrichtungen Ostdeutschlands. Das Völkerkundemuseum bietet den Besuchern Dauerausstellungen, aber auch wechselnde Sonderausstellungen. Eine davon ist die Sonderausstellung FaltenReich – Vom Älterwerden in der Welt, welche ich besucht habe.

Diese Ausstellung zeigt den Verlauf des Lebens in allen Abschnitten, von der Geburt bis zum Tod. Das allerdings nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Es werden verschiedenste Riten und Zeremonien der Welt vorgestellt. Gerade der Umgang mit dem Tod ist weltweit sehr unterschiedlich. In Indonesien zum Beispiel werden Verstorbene in Felsen eingelassen. Holzfiguren, die vorher von dem Verstorbenen geschnitzt wurden, werden dann auf einer Art Balkon vor dem Felsen platziert. Diese sollen dann über die Hinterbliebenen wachen.

Des Weiteren gibt es in der Ausstellung einen Alterssimulator, welcher das Altern eines Menschen fotografisch erstellen kann. Das heißt also, ich kann ein Foto von mir in die Ausstellung mitnehmen, dort vom Alterssimulator einscannen lassen und dieser zeigt mir dann wie ich in bestimmten Jahresabschnitten aussehen könnte.
Das und noch einiges mehr erfährt man in dieser Ausstellung. Außerhalb der Ausstellung werden auch Vorträge und Workshops angeboten. Ich fand es sehr interessant und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Samstag, 5. September 2009

Inatura

Beitrag von Laura Reitmayr,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Eines der bekanntesten Museen Vorarlbergs ist die Inatura in Dornbirn. Dieses naturgeschichtliche Museum liegt inmitten des 25.000 m² großen Stadtgartens, in dem sich auch der Kunstraum Dornbirn befindet, ein Ausstellungsraum zeitgenössischer Kunst. Die Inatura hat im ehemaligen Gebäude der Rüschwerke, eine berühmte Stahlfabrik, seine Heimat gefunden. Deren Fabriksmaschinen sind heute ein wichtiger Bestandteil des Museums und sind für die BesucherInnen zugänglich.

Die Inatura ist ein Dokumentationszentrum über die Natur Vorarlbergs. Der große ökologische Bereich des Museums wird durch eine sich alle zwei Jahre wechselnde Sonderausstellung – die sogenannte Erlebnisausstellung – ergänzt. Derzeit steht das Thema „Technik“ im Vordergrund. Im Science Center gibt es Interessantes für Alt und Jung zu entdecken. Neben der multimedialen Präsentation der Ausstellungobjekte, die hautnahe Einblicke gewährt, können auch spannende Spiele und Experimente durchgeführt werden. Die Inatura ist nicht nur ein Ausstellungsort, sondern auch eine Forschungsstätte, in der die belebte und unbelebte Natur des Landes dokumentiert wird. Einzigartig in Mitteleuropa ist die gesetzlich verankerte Stellung des Museums im Naturschutz.

Das umfangreiche Vermittlungsprogramm umfasst u. A. auch Führungen für Schulklassen, bei denen die Lehrpersonen die Themenbereiche selbst bestimmen dürfen. Die Programm-Palette erstreckt sich über verschiedene Spiele, 3D-Filme, Experimente, Forschungsaufträge, Kurzgeschichten, Kurzvorträge und verschiedene Tierpräparate. Mehr Informationen über Öffnungszeiten, Preise, museumspädagogisches Programm und natürlich über die speziellen Angebote und aktuelle Ausstellungen sind auf der Webseite www.inatura.at zu finden.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Beitrag von Janine Hoyas,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Das Museum Sachsenhausen ist ein Ort der Trauer, Berührung des Gedenkens und stellt sich außerdem den Aufgaben eines modernen zeithistorischen Museums.

Das Konzentrationslager Sachsenhausen befindet sich nördlich von Berlin und wurde 1936 errichtet. Vor dem Eingangstor des Lagers fällt sofort der zynische Spruch "Arbeit macht frei" auf. Hinter diesem Tor befindet sich das riesige Gelände des Konzentrationslagers mit seinen zahlreichen Baracken und dem Krematorium.

Rund 200.000 Häftlinge waren von 1936 bis 1945 in diesem Konzentrationslager inhaftiert. Viele der Gefangene waren politische Gegner des Regimes, aber auch Menschen, die als minderwertig angesehen wurden. Zehntausende Menschen fanden den Tod durch Krankheiten, Hunger, systematische Vernichtungswaffen sowie durch Arbeiten unter unmenschlichsten Bedingungen. Nach der Befreiung des KZs 1945 wurde das Lager zum sowjetischen Speziallager umfunktioniert.

Die Baracken des Lagers sind heute nach Themen gestaltet. In den Räumlichkeiten selbst kommen mediale Mittel zum Einsatz wie Filme, Informationstafeln oder Aufzeichnungen von Interviews. Die Gedenkstätte verfügt über ein breitgefächertes Programmangebot. Es finden Führungen, Sommer-Workcamps und Fortbildungen für Lehrer statt. So wird das Museum zum offenen Lernort. Audioguides machen eine individuelle Begehung des Geländes möglich.
Die Gedenkstätte arbeitet eng mit Schulen und anderen Bildungsträgern zusammen.

Sehr bekannt wurde das Konzentrationslager durch die Fälscherwerkstatt. Im Herbst 1942 wurde die geheime Druckerei des Lagers errichtet. Die Hauptaufgabe der Werkstatt war die Fälschung von englischen Banknoten, um die Kriegsgegner zu schwächen. Diese Fälscher-Aktion wurde sehr erfolgreich verfilmt. Im Konzentrationslager befindet sich heute eine Sonderausstellung über die Angehörigen des Fälscherkommandos und dessen Arbeiten.
Ein Besuch des Konzentrationslagers ist sehr empfehlenswert, da man dort auf einzigartige Weise die Vergangenheit erleben kann.

Sonntag, 2. August 2009

Volkskundemuseum Dietenheim

Beitrag von Isabella Ochsenreiter,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Das Volkskundemuseum Dietenheim befindet sich in Südtirol im Pustertal. Es ist eines der ersten Freilicht- und Volkskundemuseum, das in Südtirol gegründet worden ist. Das Museum befindet sich auf einem Gelände von circa 4 Hektar, worauf sich etwa zwei Duzend Bauernhöfe aus verschiedenen Tälern Südtirols befinden, die an ihren alten Standorten gefährdet oder zum Abbruch bestimmt waren und durch Translokation ins Museum gebracht wurden. Die Bauten unterscheiden sich aufgrund ihrer sozialen Schicht; die Höfe der Reichen bestanden meist aus mehreren kleineren Nebengebäuden, zum Beispiel gab es einen eigenen Schlafkasten für die Bediensteten, einen Backofen, einen Brunnen, eine Kornmühle, eine Stube oder einen eigenen Stadel. Die Höfe der armen Bauern bestanden meist nur aus einem Gebäude. Die Höfe sind in einer natürlichen Umgebung eingebettet und man findet bebaute Äcker, Gärten, verschiedene Zäune etc. Außerdem wird versucht, das Museum durch verschiedene handwerkliche und sonstige Vorführungen und durch die Haltung von Tieren wiederzubeleben, um einen möglichst authentischen Eindruck des bäuerlichen und handwerklichen Lebens vergangener Generationen zu geben. Das Museum Dietenheim eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug mit der ganzen Familie. Es zieht nicht nur alte Menschen in den Bann, sondern faszinieret auch Jugendliche und Kinder.

Dienstag, 21. Juli 2009

Schloss Ambras

Beitrag von Monika Farbmacher,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Schloss Ambras steht weithin sichtbar oberhalb von Innsbruck und stellt eine der schönsten Sehenswürdigkeiten des Landes dar. Von der ursprünglichen Burg, die 1133 erstmals erwähnt wurde, ist nichts mehr erhalten. Von den Andechsern ging die Burg auf dem Erbweg in den Besitz der Tiroler Landesfürsten und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals umgebaut oder erweitert. Seit 1919 ist das Schloss in Besitz der Republik Österreich, und seit 1950 werden Schloss und Sammlungen durch das Kunsthistorische Museum verwaltet.

Für das heutige Aussehen und die wertvollen kunsthistorischen Sammlungen ist vor allem Erzherzog Ferdinand II. (1529-1595) erwähnenswert, der leidenschaftlich gerne Kostbarkeiten, Kuriositäten und Waffen sammelte und dafür eine eigens konzipierte Museumsanlage errichten ließ, um die berühmten „Ambraser Sammlungen“ auszustellen.

Das Anwesen gliedert sich in verschieden Bereiche, in denen heute verschiedene Sammlungen gezeigt werden:
  • Im Unterschloss wird versucht, das Museum des Erzherzog Ferdinands II. zu rekonstruieren in einer Kunst- und Wunderkammer, in den Rüstkammern sowie im Antiquarium.
  • Im Hochschloss befindet sich eine gotische Küche, die St. Nikolaus Kapelle, das Bad der Philippine Welser mit einem Vorraum sowie eine sich über drei Stockwerke verteilende Portraitgalerie der Habsburger mit über 200 Bildnissen, unter anderem von namhaften Künstlern wie Lukas Cranach, Tizian, van Dyck und Velázquez. In den oberen Stockwerken finden auch immer wieder Sonderausstellungen statt.
  • Im Erdgeschoss des Hochschlosses ist eine Sammlung spätmittelalterlicher Bildwerke untergebracht.
  • Der prunkvolle Spanische Saal wird vorwiegend für Veranstaltungen genützt.
  • Eine große, sehr gepflegte englische Parkanlage mit einem Teich bietet Platz zum Entspannen und Entdecken.
Neben den Dauerausstellungen gibt es abwechslungsreiche Sonderausstellungen (derzeit: Ferdinand Karl. Ein Sonnenkönig in Tirol), bei denen zum Teil auch Exponate gezeigt werden, die auch aus anderen Sammlungen, häufig aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien, stammen.

Neben dem medialen Vermittlungsangebot über Audioguides (in verschiedenen Sprachen), werden spannende Führungen (ebenfalls in mehreren Sprachen) von geschultem Fachpersonal durchgeführt. Es gibt tägliche Führungen für Erwachsene und einmal wöchentlich eine Kinderführung (derzeit samstags). Daneben können jederzeit Führungen für Gruppen gegen Voranmeldung individuell vereinbart werden, wozu es u.a. für Kindergruppen verschiedener Altersstufen vielfältige Angebote wie Workshops, Theaterstücke,… gibt.

Schloss Ambras ist mit verschiedenen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar, die meisten Teile der Anlage (außer die Portraitgalerie) sind auch barrierefrei zugänglich.

Durch die ansprechenden Bauten, die gepflegte Parkanlage, das gemütliche Restaurant und die anspruchsvollen Sammlungen ist das Museum nicht nur für viele Touristen ein beliebtes Ausflugsziel, sondern ist auch für die Bevölkerung in der mit seinen attraktiven Angeboten immer wieder von Neuem sehenswert.

Sonntag, 12. Juli 2009

BergbauWelt Ridnaun – Schneeberg

Beitrag von Sanin Michaela,
Studentin der Lehrveranstaltung SS2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

Wenn sie die Bergbaugeschichte hautnah kennen lernen wollen, müssen sie sich auf den Weg nach Maiern im Ridnauntal machen. Denn dort ist nicht nur das höchstgelegenen Bergwerk Europas (2.000 m bis 2.650 m) zu finden, sondern auch gleichzeitig das längst fördernde Erzbergwerk im Alpenraum.

Die ruhmreiche Geschichte des Bergwerkes lernen sie durch verschiedene Führungen und Workshops in den originalen Gebäuden, Stollen und Schächten kennen. Auch originale Abbautechniken vergangener Jahrhunderte und originale Maschinen werden dort gezeigt und vorgeführt. So lernen sie die Bedingungen kennen, unter denen die Knappen arbeiten mussten. Dieses und noch viel mehr wartet in der BergbauWelt Ridnaun-Schneeberg auf sie und führt sie sicherlich zu einen einmaligen Erlebnis, dass ihnen in Erinnerung bleibt.

Informationen zum Bergwerk können der Homepage entnommen werden.

Kunsthaus Bregenz

Beitrag von Verena Fröwis,
Studentin der Lehrveranstaltung SS 2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck.

Das Kunsthaus Bregenz gehört zu den führenden Ausstellungshäuser in Europa. Die Einheit von Architektur, Programm, kuratorischer Praxis, Kommunikation, Vermittlung und Publikation zeichnet das Kunsthaus aus und macht es zu einem eigenständigen Modell in der Kunst. In diesem Jahr finden vier Ausstellungen mit Künstlern aus Österreich, Deutschland, Großbritannien sowie den USA statt. Sie beschäftigen sich dem Thema Wahrnehmung von Körper, Raum, Zeit und Gesellschaft in Architektur, Kunst und Natur.

Die personale Kunstvermittlung des Kunsthaus Bregenz bietet einen vielfältigen Einstieg in die Auseinandersetzung mit den Werken des jeweilig ausstellenden Künstlers. Neben den öffentlich zugänglichen Führungen durch die Ausstellung werden etwa ein Künstlerfrühstück oder eine Führung mit dem Kurator angeboten. Besonders dialogischen Charakter haben die Führungen mit geladenen Dialogpartnern, die Veranstaltungen „KUB + Kaffee“ und die subjektive Führung.

Das Kunsthaus Bregenz ist sehr bemüht eine sehr große Bandbreite von verschiedenen Zielgruppen anzusprechen. Speziell für ganz kleine Kinder gibt es den „Kunstdrachen“, für Schulkinder den „Workshop“ am Samstag und für Jugendliche den „Art Crash“. Zudem gibt es auch die Möglichkeit in Aktionsführungen mit der ganzen Familie die Ausstellung auf eine spielerische Art zu entdecken. Wann genau welche Veranstaltung bzw. welche Angebote stattfinden, sowie die jeweiligen Preise, können auf der sehr übersichtlich gestalteten Homepage entnommen werden.

Sonntag, 14. Juni 2009

aut. architektur und tirol

Beitrag von Hannes Ebner,
Student der Lehrveranstaltung SS 2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck.

aut. architektur und tirol bildet eine Architekturvermittlungsinstitution in Innsbruck, die mit einem breiten Vermittlungsangebot auf sich Aufmerksam macht und animiert, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Situiert im ehemaligen Sudhaus des Adambräus, das als solches ein sehenswürdiges Bauwerk aus der Tiroler Moderne darstellt, lädt es kostenlos ein, sich in der sogenannten aut.lounge aufzuhalten. Im Haus stehen Printmedien und Filme für die Besucher zur Verfügung. Es werden ständig neue Ausstellungen konzipiert mit aktuellen regionalen und interregionalen Themen. Außerdem werden Exkursionen in die Stadt und zu interessanten Gebäuden unternommen, um am Ort des Geschehens zu vermitteln und zu lernen. Die Angebote sprechen Interessierte aller Altersstufen an und werden inhaltlich auf die Besucher angepasst. Aktuelle Informationen über die Tätigkeiten findet man im Informationsfolder aut:info. Online ist aut unter www.aut.cc präsent und bietet dort genauere Informationen zu den Öffnungszeiten, Preisen und aktuellen Vermittlungsangeboten. Zusätzlich verwaltet aut E- Learning Angebote wie die baudatenbank und architek[tour]tirol, die es ermöglichen ein bisschen aut ins eigene Wohnzimmer zu holen.

Freitag, 29. Mai 2009

Kaiserliche Hofburg Innsbruck

Beitrag von Martin Delucca,
Student der Lehrveranstaltung SS 2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Univeristät Innsbruck.

Die Kaiserliche Hofburg ist in Innsbruck eine zentrale Kulturinstitution, deren Besichtigung sich schon allein aufgrund der historisch gewachsenen Bausubstanz lohnt. Interessierte finden in der Burg ein Museum, welches über 27 Räume verteilt über das Leben von Fürsten, Königen und KaiserInnen in Form von Gemälden, Möbeln und anderen Zierobjekten Aufschluss gibt. Im Gebäude finden auch mehrere temporäre Ausstellungen oder Veranstaltungen statt, Räumlichkeiten hierfür können auch angemietet werden. Führungen werden von Aufsichtspersonen des Museums direkt vor Ort sowie von geschulten MuseumspädagogInnen oder geprüften StadtführerInnen des Statdtmarketing Innsbruck auf Voranmeldung absolviert. Hierzu wie auch über Preise, Öffnungszeiten, die Geschichte der Hofburg sowie über Möglichkeiten, das Museum als Lern- und Entdeckungsort auf eigene Faust zu erkunden, finden sie auf der Homepage www.hofburg-innsbruck.at alle notwendigen Informationen übersichtlich dargestellt.

Samstag, 16. Mai 2009

Zeitgeschichtemuseum und KZ-Gedenkstätte Ebensee

Beitrag von Iris Hafner,
Studentin der Lehrveranstaltung SS 2009, Institut für Erziehungswissenschaften, Univeristät Innsbruck.

Das Zeitgeschichtemuseum und die KZ-Gedenkstätte in Ebensee/Oberösterreich werden als „offenes Haus der Geschichte“ bezeichnet. Sie beschäftigen sich mit der Zeitspanne von 1918 bis 1955. Das Museum selbst wurde 2001 eröffnet. Anfangs stieß es bei den GemeindebürgerInnen auf eine gewisse Skepsis, da man lange versuchte die schreckliche Vergangenheit des Nebenlagers von Mauthausen während der NS-Zeit zu verdrängen. Heute ist das Zeitgeschichtemuseum akzeptiert und in das Gemeindegeschehen involviert. Durch das dazugehörige Archiv und die Bibliothek ist das Haus u. a. auch Anlaufstelle für Angehörige der Opfer und KZ-Überlebende.

Das Gebäude selbst war früher eine Knabenvolksschule und die Raumaufteilung wurde auch so belassen. Lediglich die Innenarchitektur wurde verändert. Die Räume sind so gestaltet, dass sie beim Verlassen eine Epoche abschließen und beim Betreten des folgenden Raumes der nächste Zeitabschnitt beginnt. Bei einer Führung/Workshop kommen audiovisuelle Mittel zum Einsatz wie Filme, Hörtexte und Beispiele von Interviews. Auf dreidimensionale Gegenstände wird bewusst verzichtet. Führungen und Workshops sind vor allem auf SchülerInnen ausgerichtet, wobei auf Frontalführungen verzichtet wird. Ein Workshop beinhaltet eine Museumsführung, bei der Fragen beantwortet werden müssen, die danach im Plenum vorgestellt werden. Weiters gehören ein Zeitzeugengespräch sowie die Besichtigung eines Stollens und der KZ-Gedenkstätte dazu. Es wird darauf geachtet, dass angemessene und altersgerechte Fragen gestellt werden. Im Plenum selbst wird versucht, eine Interaktion mit den SchülerInnen herzustellen.

Das Zeitgeschichtemuseum in Ebensee inseriert in Lehrerzeitschriften, sendet das Veranstaltungsprogramm aus und betreibt Werbung über das Internet. Außerdem gibt es eine Vereinszeitschrift mit dem Namen „Betrifft Widerstand“.

Im Allgemeinen ist zu erwähnen, dass das Museum auf Schulklassen ausgerichtet ist. Positiv hervorzuheben sind vor allem die Raumgestaltung und das Vermeiden von Frontalführungen, die eine angemessene Lernsituation schaffen. Zudem wird in diesem Museum darauf Wert gelegt, dass die BesucherInnen Geschichte durch ihr „eigenes Tun“, den Einsatz von Hörtexten etc. erleben und sich aneignen. Das heißt, das Haus wird als Lernort angesehen.

Sonntag, 12. April 2009

Literatur - Kunst- und Kulturvermittlung im Museum und Archiv (Kunstvermittlung, Kulturvermittlung)

(inkl. Literatur zu Museums- und Archivpädagogik)

Anzengruber, G. et al. (Hrsg.), (1990). Ab ins Museum! Materialien zur Museumspädagogik. Wien, München: Jugend & Volk.

Breuss, L. (2003). Kulturvermittlung im Internet. In Büro für Kulturvermittlung (Hrsg.), www.kulturvermittlung.at. Kommunikationsarbeit mit NetzbesucherInnen zu Ausstellungskunst (S. 23-38). Wien: Büro für Kulturvermittlung.

Büro für Kulturvermittlung (Hrsg.). (2001). Museen, Keyworker und Lebensbegleitendes Lernen: Gemeinsame Erfahrungen in fünf Ländern. Wien: Büro für Kulturvermittlung.

Deutsche UNESCO-Kommission. (2001, Juli). Sicherung des öffentlichen Zugangs zu Kultur-, Wissens- und Informationsgütern. Resolution der 61. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission, Berlin, 12. Juli 2001. Webseite (http://www.unesco.de/reshv61-1.html?&L=0), Zugriff am: 12.3.2008.

Falschlunger, S. und Pädagogisches Institut des Landes Tirol. (1995). ErSinnern. Angewandte Museumspädagogik am Beispiel Tirol und Südtirol (Pädagogisches Institut Tirol, Innsbruck und Pädagogisches Institut für die Deutsche Sprachgruppe Bozen, Hrsg.). Innsbruck, Wien: Österreichischer Studien-Verlag.

Fast, K. (Hrsg.). (1995). Handbuch der museumspädagogischen Ansätze. Opladen: Leske + Budrich.

Gemmeke, C., John, H. und H. Krämer (Hrsg.). (2001). Euphorie digital? Aspekte der Wissensvermittlung in Kunst, Kultur und Technologie. Bielefeld: Trascript.

Goebl, R. (Hrsg.). (1994). Kunstvermittlung. Ein Auftrag. Studie zur Ausbildung und Arbeit der Bildnerischen Erzieher in Österreich. Wien: Österreichischer Kunst- und Kulturverlag.

Hochreiter, W. (1994). Vom Museumstempel zum Lernort. Zur Sozialgeschichte deutscher Museen 1800-1914. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Kittlausz, V. und Pauleit, W. (Hrsg.). (2006). Kunst – Museum – Kontexte. Perspektiven der Kunst- und Kulturvermittlung. Bielefeld: Transcript Verlag.

Kohle, H. und Kwastek, K. (2003). Computer, Kunst und Kunstgeschichte. Köln: Deubner Verlag für Kunst, Theorie und Praxis.

Krön, M. (2003). Entdeckungsreise in eine junge Disziplin. In Verein der Förderer der Schulhefte (Hrsg.), Auf dem Weg. Von der Museumspädagogik zur Kunst- und Kulturvermittlung (S. 101-110). Wien: Verein der Förderer der Schulhefte.

Lange, T. und Lux, T. (2004). Historisches Lernen im Archiv. Schwalbach/ Ts: Wochenschau Verlag.

Liebelt, U. (Hrsg.) (1990). Museum der Sinne. Bedeutung und Didaktik des originalen Objekts im Museum. Hannover: Sprengel-Museum.

Macedonia, M. (2003). Revitalizing Museums with Digital Technology. Computer. Entertainment Computing, Februar, 94-96.

Mandel, B. (Hrsg.). (2005). Kulturvermittlung - zwischen kultureller Bildung und Kulturmarketing. Eine Profession mit Zukunft. Bielefeld: Transcript.

Meier und H. R. Reust (Hrsg.), Medium Museum. Kommunikation und Vermittlung in Museen für Kunst und Geschichte. Bern, Stuttgart, Wien: Verlag Paul Haupt.

Meyer, T. (2003). Was ich unter „Medium“ verstehe ... (wenn ich von der Kunst ausgehe). In C. Lemke, T. Meyer, S. Münte-Goussar, K.-J. Pazzini und Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e. V. (Hrsg.), Sense & Cyber. Kunst, Medien, Pädagogik (S. 25-35). Bielefeld: Transcript.

Nuissl, E., Paatsch, U. und Schulze, C. (1987). Bildung im Museum. Zum Bildungsauftrag von Museen und Kunstvereinen (Vorstand der Arbeitsgruppe für Empirische Bildungsforschung e.V., Heidelberg, Hrsg.). Heidelberg: AfeB-Verlag.

Opll, F. (2004). Öffentlichkeitsarbeit in Kommunalarchiven. In W. Schuster, M. Schimböck und A. Schweiger (Hrsg.), Stadtarchiv und Stadtgeschichte. Forschungen und Innovationen. Festschrift für Fritz Mayrhofer zur Vollendung seines 60. Lebensjahres (S. 73-93). Linz: Archiv der Stadt Linz.

Röschner, M. (2004). Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten Strategische Überlegungen für die baden-württembergischen Staatsarchive im Kontext der Archivpädagogik. Webseite (http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/25/transf_roeschner.pdf), Zugriff am: 23.5.2006.

Scheucher, G., Piller-Kornherr, C. und Wipplinger, J. (2005). error21. Graz: Leykam.

Schmeer-Sturm, M.-L. (1997). Museumspädagogik. In Hierdeis, H. & Hug, Th. Taschenbuch der Pädagogik, Bd. 3, S. 1092-1101.

Schmeer-Sturm, M.-L., Thinesse-Demel, J., Ulbricht, K. und Vieregg, H. (Hrsg.). (1990). Museumspädagogik. Grundlagen und Praxisberichte. Baltmannsweiler: Pädagogischer Verlag Burgbücherei Schneider.

Schmidt-Herwig, A. (Hrsg.). (1996). Museumspädagogik in der Praxis. Zehn Jahre museumspädagogische Arbeit am Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte. Frankfurt am Main: Brandes und Apsel.

Schweibenz, W. (1998). The „Virtual Museum“: New Perspectives For Museums to Present Objects and Information Using the Internet as a Knowledge Base and Communication System. In H. H. Zimmermann und V. Schramm (Hrsg.), Knowledge Management und Kommunikationssysteme, Workflow Management, Multimedia, Knowledge Transfer. Proceedings des 6. Internationalen Symposiums für Informationswissenschaft (ISI 1998), Prag, 3.-7. November 1998 (S. 185-200). Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH.

Spickernagel, E. & Walber B. (Hrsg.) (1976). Das Museum. Lernort contra Musentempel. Gießen: Anabas-Verlag.

Tripps, M. (1990). Was ist Museumspädagogkik? In M.-L. Schmeer-Sturm, J. Thinesse-Demel, K. Ulbricht und H. Vieregg (Hrsg.), Museumspädagogik. Grundlagen und Praxisberichte (S. 3-5).

Verein der Förderer der Schulhefte (Hrsg.). (2003). Auf dem Weg. Von der Museumspädagogik zur Kunst- und Kulturvermittlung. Wien: Verein der Förderer der Schulhefte.

Weschenfelder, K. und Zacharias, W. (1992). Handbuch Museumspädagogik. Orientierungen und Methoden für die Praxis. Düsseldorf: Schwann.

Wohlfromm, A. (2005). Museum als Medium - Neue Medien in Museen. Überlegungen zu Strategien kultureller Repräsentation und ihre Beeinflussung durch digitale Medien (2. Aufl.). Köln: Herbert von Halem Verlag.

Würfel, M. (2000). Erlebniswelt Archiv (Landesarchivdirektion Baden-Württemberg und Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Hrsg.). Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer.

Dienstag, 31. März 2009

Formen der medialen Kunst- und Kulturvermittlung

(... to be continued!)

Mediale Vermittlungsangebote innerhalb der Institution
  • Besucherorientierte Text wie Infoblatt,
  • Saalzettel, Infobroschüre, Handreichung, Kurzführer,
  • Wandtext,
  • Video- oder DVD-Installation,
  • Hörstation,
  • akustische Führungssystem (Audioguide, iPod),
  • Tonbildschau, audiovisuelles Environment,
  • Multimediale Führungssysteme (PDA, iPod touch),
  • PC-Workstation,
  • Museumskoffer und didaktisches Material.

Medialen Vermittlungsangebote außerhalb der Institution
  • Ausstellungs-, Sammlungskatalog oder Bestandskatalog,
  • Kinderkatalog,
  • Museums- oder Archivzeitung,
  • Fachpublikation,
  • (Kunst-)Spiel,
  • Museums-/Archiv-CD-Rom/DVD,
  • Webseite im World Wide Web,
  • online Datenbank,
  • virtuelles Museum und virtuelles Archiv,
  • online Game und online Quiz,
  • Lernangebot im Internet (E-Learning).

Formen der personalen Kunst- und Kulturvermittlung

(to be continued...)
  • Führung,
  • Gespräch (Gesprächsrunde oder Gesprächskreis),
  • Diskussionsveranstaltung,
  • Ausstellungsauskunft,
  • Aktion oder Workshop,
  • Historische Spiel,
  • Familien(sonn)tag,
  • Lehrerfortbildung,
  • Kindergeburtstag,
  • Ferienprogramm,
  • Themenwanderung,
  • Malatelier oder Werkstatt,
  • Vortrag.

Freitag, 27. März 2009

LV Nicht-formales und informelles Lernen in Museen und Archiven - Auswahl Vermittlungs- und Bildungsangebote SS 2009

Untenstehend sind alle personalen wie medialen Vermittlungsangebote angeführt, welche von den Studierenden genauer "unter die Lupe" genommen werden. Die Institutionen und Prozesse der Bildung und Vermittlung von Kunst und Kultur werden dabei systematisch erfasst, in ihren Bedingungen analysiert und ihren Einfluss reflektiert. Die Ergebnisse werden in der Lehrveranstaltung im Plenum durch Referate vorgestellt und anschließend diskutiert.

Personale Kunst- und Kulturvermittlung

Südtiroler Bergbaumuseum - Bergbauwelt Ridnaun Schneeberg, Ridnau: Führung durch das Museum (Michaela S.)

Schloss Ambras, Innsbruck: Kinderführung (ab 6) zur Sonderausstellung Fernsucht (Monika F.)

Kaiserliche Hofburg Innsbruck, Innsbruck: Museumsführungen (Martin D.)

Zeitgeschichtemuseum und KZ-Gedenkstätte Ebensee, Ebensee: Führung durch das Museum (Iris H.)

Inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn, Dornbirn - inatura und Schule (Laura R.)

Textildruckmuseum Mittelweiherburg, Hard: Schülerführung (Martina F.)

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Oranienburg: Führung durch das Museum (Janine H.)

Kunsthaus Bregenz, Bregenz: Kinderkunst Workshop (Verena F.)

Zeughaus, Innsbruck: Geburtstag im Museum (Eveline M.)

Festung Kufstein, Kufstein: "Was lernen 4-6 jährige Kinder im Kufsteiner Heimatmuseum" (Isabella R.)

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Leipzig: Vorlesungsreihe zur Sonderausstellung (Anne-Kathrin P.)

Volkskundemuseum, Dietenheim: Ausstellungsgestaltung (Isabella O.)

Mediale Kunst- und Kulturvermittlung

aut. Architektur und Tirol, Innsbruck: architek[tour] tirol - der architekturführer für tirol (Hannes E.)

Kunst- und Kulturvermittlung - Eine Definition (Kunstvermittlung, Kulturvermittlung)

Der nachfolgende Text wurde aus Gruber 2009, S. 27-29 zitiert:

Vermittlung im Allgemeinen bezeichnet alle Aktivitäten, die Personen Informationen zugänglich machen. Das Konzept der Kunst- und Kulturvermittlung schränkt diese allgemeine Definition jedoch in mehrerer Hinsicht ein: Im Sinne der Kunst- und Kulturvermittlung betreffen die Informationen das künstlerische und kulturelle Erbe einer Gesellschaft. In diesem Zusammenhang können Kunstwerke und Kulturgüter als Information beziehungsweise als Informationsträger verstanden werden. Darüber hinaus ist Kunst- und Kulturvermittlung nicht wertfrei. Die zu vermittelnde Information ist im Wertesystem der jeweiligen Institution kontextualisiert (vgl. Hoffmann 1996) und an den dort tätigen Vermittler gebunden. Die Aufgabe der Kunst- und Kulturvermittlung ist es, Anstöße zu geben sowie die Reflexionsfähigkeit, die Innovationsfähigkeit und die gesellschaftliche Teilnahme zu unterstützen (vgl. Mandel 2005). Aus diesen Überlegungen lässt sich die folgende Definition ableiten:

"Kunst- und Kulturvermittlung bezeichnet alle Aktivitäten, die das künstlerische und kulturelle Erbe im Kontext der vermittelnden Institution interessierten Personen (Rezipienten) verständlich zugänglich machen und zur Partizipation anregen." (Gruber 2006, S. 23)

Die zentrale Aussage dieser Definition ist, dass Kunst- und Kulturvermittlung als Vermittlung von Kunstwerken oder Kulturgütern durch Institutionen als Mittler an die Rezipienten erfolgt. Der Begriff Institution umfasst Kunst- und Kulturvermittler ebenso wie deren Handlungskontext. Die Verbindung zwischen Vermittler und Kontext stellt die Rolle der Vermittler in den Hintergrund und hebt die Bedeutung der gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen sowie sozialen Rahmenbedingen hervor, in denen Kunst- und Kulturvermittlung stattfindet. Diese Verschiebung von den Vermittlern zu den Institutionen weist darauf hin, dass Kunst- und Kulturobjekte nicht wertfrei für sich stehen, sondern im Kontext der vermittelnden Institution wirken.

Die Vermittler können in diesem Zusammenhang als Medien/Mittler verstanden werden, welche die Beziehung zwischen Objekt und Rezipienten begleiten. Sie wecken Neugier, offerieren Fragestellungen und entwickeln im Dialog Antworten auf Fragen. Dadurch schaffen sie die Grundlagen für eigenständige Formen der Auseinandersetzung mit Kunst- und Kulturgut. (Vgl. Goebl 1994) Kunst- und Kulturvermittler initiieren die Beschäftigung der Rezipienten mit den kontextualisierten Kunst- und Kulturobjekten und halten diese aufrecht (vgl. Goebl 1994; Schmidt-Herwig 1996; Stöger 2003; Weber 2001).

Der letzte Teil der Definition des Begriffs der Kunst- und Kulturvermittlung weist auf deren Ziele hin. Kunst- und Kulturvermittlung soll einen Zugang zum Kunst- und Kulturgut ermöglichen, der eine individuelle Auseinandersetzung zulässt und eine Stellungnahme sowie eine Positionierung der Rezipienten zu den vermittelten Inhalten unterstützt (vgl. Hoffmann 1996; Mandel 2005; Schmidt-Herwig 1996; Weber 2001). Die Vermittlung muss dafür die Erfahrungshorizonte der Rezipienten und deren Mediennutzungsgewohnheiten berücksichtigen, um neue Zugänge zu erschließen (vgl. Goebl 1994).

Diese hier vorgenommene Definition löst nicht das Problem, dass Kunst- und Kulturvermittlung für viele alles bezeichnet, das mit Kunst und Kultur in Verbindung steht (vgl. Goebl 1994). Tatsächlich finden sich zahlreiche Begriffe, die als Synonym mit Kunst- und Kulturvermittlung verwendet werden. Dazu zählen Kunstvermittlung, Kulturvermittlung, Museumspädagogik, Kunstpädagogik, Kulturpädagogik, Kulturelle Bildung, Archivpädagogik, Historische Bildungsarbeit, Theaterpädagogik, Musikerziehung und Kunsterziehung.

Der Begriff Kunst- und Kulturvermittlung ist m. E. ein Sammelbegriff, unter dem die verschiedenen Konzepte zusammengefasst werden. Kunst- und Kulturvermittlung darf deshalb nicht als Synonym verwendet werden, sondern steht für Verallgemeinerungen und Schnittmengen zwischen den unterschiedlichen Konzepten.

Literaturhinweis:
Gruber, M. R. (2009). E-Learning im Museum und Archiv. Vermittlung von Kunst und Kultur im Informationszeitalter. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller.

Zitierte Literatur:
Goebl, R. (Hrsg.). (1994). Kunstvermittlung. Ein Auftrag. Studie zur Ausbildung und Arbeit der Bildnerischen Erzieher in Österreich. Wien: Österreichischer Kunst- und Kulturverlag.
Gruber, M. R. (2006). E-Learning im Museum und Archiv. Vermittlung von Kunst und Kultur im Informatinszeitalter. Dissertation. Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.
Hoffmann, H. (1996). Museumsufer und Museumspädagogik: Kulturelle Synonyme gehören zusammen. In A. Schmidt-Herwig (Hrsg.), Museumspädagogik in der Praxis. Zehn Jahre museumspädagogische Arbeit am Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte (S. 9-17). Frankfurt am Main: Brandes und Apsel.
Mandel, B. (Hrsg.). (2005). Kulturvermittlung - zwischen kultureller Bildung und Kulturmarketing. Eine Profession mit Zukunft. Bielefeld: Transcript.
Schmidt-Herwig, A. (Hrsg.). (1996). Museumspädagogik in der Praxis. Zehn Jahre museumspädagogische Arbeit am Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte. Frankfurt am Main: Brandes und Apsel.
Stöger, G. (2003). Museen, Orte für Kommunikation. Einige Aspekte aus der Geschichte der Bildungsarbeit von Museen. In Verein der Förderer der Schulhefte (Hrsg.), Auf dem Weg. Von der Museumspädagogik zur Kunst- und Kulturvermittlung (S. 14-28). Wien: Verein der Förderer der Schulhefte.
Weber, S. (2001). Medien - Systeme - Netze. Elemente einer Theorie der Cyber-Netzwerke. Bielefeld: Transcript.

Donnerstag, 19. März 2009

Definitionen zum Lernen

Formales Lernen
Lernen, das üblicherweise in einer Bildungs- oder Ausbildungseinrichtung stattfindet, (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) strukturiert ist und zur Zertifizierung führt. Formales Lernen ist aus der Sicht des Lernenden zielgerichtet.

Nicht-formales Lernen
Lernen, das nicht in Bildungs- oder Berufsbildungseinrichtung stattfindet und üblicherweise nicht zur Zertifizierung führt. Gleichwohl ist es systematisch (in Bezug auf Lernziele, Lerndauer und Lernmittel). Aus Sicht der Lernenden ist es zielgerichtet.

Informelles Lernen
Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Es ist (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) nicht strukturiert und führt üblicherweise nicht zur Zertifizierung. Informelles Lernen kann zielgerichtet sein, ist jedoch in den meisten Fällen nichtintentional (oder "inzidentell"/beiläufig).

Lebenslanges Lernen ist ...
"alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen, bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt." (Kommission der Europäischen Gemeinschaft 2001, S. 9) In dieser sehr breiten Definition spiegelt sich auch das gesamte Spektrum von Lernen wider, das auch formales, nicht-formales und informelles Lernen umfasst.

Quelle: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (2001). Mitteilung der Kommission: Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen. KOM(2001) 678 endgültig Brüssel. Webseite (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2001:0678:FIN:DE:PDF), Zugriff am: 19.03.2009.

Literatur zum Nicht-formalen und informellen Lernen

Chisholm, L., Hoskins, B. and Glahn, Ch. (Eds.) (2005). Trading Up: potential and performance in non-formal learning. Strasbourg. Council of Europe Publishing (download at http://www.youth-partnership.net/export/sites/default/youth-partnership/documents/Research/2005_trading_up_NFL_coepub.pdf, accessed 19.03.2008).

Colley, H., Hodkinson, P. and Malcolm, J. (2003). Informality and Formality in Learning: a report for the Learning and Skills Research Centre. London: Learning and Skills Research Centre (download at http://www.hrm.strath.ac.uk/teaching/postgrad/classes/full-time-41939/documents/formalandinformallearning.pdf, accessed 19.03.2008).

Dohmen, G. (2001). Das informelle Lernen. Die internationale Erschließung einer bisher vernachlässigten Grundform menschlichen Lernens für das lebenslange Lernen aller. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bonn: BMBF Referat Öffentlichkeitsarbeit (download at http://www.bmbf.de/pub/das_informelle_lernen.pdf, Zugriff am: 19.03.2008).

Du Bois-Reymond, M. (2003). Study on the links between formal and non-formal education. Strasbourg: Council of Europe, Directorate of Youth and Sport (download at http://www.youth-partnership.net/export/sites/default/youth-partnership/documents/BGKNGE/COE_formal_and_nonformal_education.pdf, accessed 19.03.2008).

Fatke, R. und Mertens, H. (Hrsg.). (2006). Bildung über die Lebenszeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. (verfügbar in der UBI)

Hungerland, B. und Overwien, B. (Hrsg.). (2004). Kompetenzentwicklung im Wandel. Auf dem Weg zu einer informellen Lernkultur? Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. (verfügbar in der UBI)

Kirchhöfer, D. (2000). Informelles Lernen in alltäglichen Lebensführungen. Chancen für berufliche Kompetenzentwicklung. QUEM-report, Berlin: Schriften zur beruflichen Weiterbildung, Heft 66 (download at http://www.exemplo.de/exemplo/Website_Produkte/Website_Nachtraege_050901/quem_report.pdf, accessed 19.03.2008).

Otto, H.-U. und Coelen, Th. (Hrsg.). (2004). Grundbegriffe der Ganztagsbildung. Beiträge zu einem neuen Bildungsverständnis in der Wissensgesellschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. (verfügbar in der UBI)

Otto, H.-U. und Rauschenbach, Th. (2004). Die andere Seite der Bildung. Zum Verhältnis zwischen formalen und informalen Bildungsprozessen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. (verfügbar in der UBI)