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Dienstag, 5. April 2011

Zum Lernen mit iPhone, iPod und iPad - Felix und Regula (Blogpost-Serie Folge 1)

Beitrag von Beat Näf, Historisches Seminar, Universität Zürich

Vergangenes dort vergegenwärtigen, wo geschichtliche Zeugnisse präsent und erlebbar sind, dies lässt sich mit modernen Medien anschaulicher tun als je zuvor. Wer durch eine Stadt geht, nimmt zuerst die Gegenwart wahr. Die früheren Zustände, alte Pläne, Karten und Dokumente können mit den modernen elektronischen Mitteln indes leichter denn je in die Gegenwart hinein genommen werden, sodass sie beim Spazieren durch die Städte erfahrbar sind.

Blick vom Grossmünster auf Zürich (UZH)
Zusammen mit Studierenden beschäftigten wir uns mit halb vergessenen und doch immer noch präsenten Patronen der Stadt Zürich: Felix und Regula (und später auch Exuperantius). Über Jahrhunderte waren sie für die Identität der Stadt fundamental. Noch heute ist die Stadt voll von ihren Spuren. Doch viele Menschen verstehen sie nicht mehr.

Vorgehensweise
Zuerst lasen wir die mittelalterlichen Quellen, zogen die Berichte über die Ausgrabungen hinzu, analysierten stadt-, bau- und architekturgeschichtliche Publikationen, werteten Beschreibungen von Kunstwerken und Monumenten aus, studierten, brüteten und verfassten dann einen Text mit unserer Auswertung. Dann legten wir einen Weg fest, auf dem die wichtigsten Zeugnisse und Monumente besucht werden können, ein Weg von der Universität, zu den grossen Kirchen, zum Lindenhof, einem offenen über der Stadt gelegenen Platz, wo einst ein spätrömisches Kastell stand, und zum Landesmuseum. In einem Drehbuch hielten wir informative Texte fest und drehten dann rund einen Monat kleine Filme. Diese Filme können auf einem iPod, einem MP3-Player, einem iPhone oder einem Computer angeschaut werden. Sie erläutern, was in der modernen Stadt an alter Kultur und Erinnerung da ist, eine Kultur, die viel zum Charme Zürichs beiträgt.

Geschichte, so dachten wir, soll beim Spazieren erfahren werden, beim Trinken aus einem Brunnen, in der Kühle eines Kreuzganges, bei der Begegnung mit Freunden, im Strassencafé, in Gassen und auf der Strasse wie aber auch nach dem Rundgang zu Hause oder im Büro.

Montag, 28. Februar 2011

Felix und Regula (Blogpost-Serie Folge 1)

Eine Stadt und ihre Märtyrer – ein multimedialer Pfad

Am Historischen Seminar wurde von Prof. Dr. Beat Näf das Projekt „Felix und Regula“ initiiert und mit tatkräftiger Unterstützung verschiedener Personen sowie Institutionen umgesetzt. Entstanden ist ein multimedialer Pfad, der Informationen zu kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt Zürich bereitstellt. Vor Ort kann Wissenswertes über die Universität, das Grossmünster, die Wasserkirche, das Fraumünster, der Lindenhof und das Landesmuseum mit Hilfe eines mobilen Gerätes wie iPod oder iPhone abgerufen werden. Diese historischen Orte/Bauten sind über eine geheimnisvolle, uralte Erinnerungskultur verbunden, die ihre Wurzeln in der Verehrung von Märtyrern aus der ägyptischen Thebais, der Wiege des Mönchtums, besitzt.

„Die beiden Heiligen Felix und Regula [...] begründeten im mittelalterlichen Verständnis ein charakteristisches Ansehen Zürichs als einer im Sinne Gottes bestens regierten Stadt." [UZH]

Stationen des Rundgangs
1. Vor der Universität
2. Neumarkt 4
3.1. Grossmünster: Zwingliplatz
3.2. Grossmünster
3.3. Grossmünster: Felix und Regula-Relief
3.4. Grossmünster: Thebäische Legion
3.5. Grossmünster: Krypta
3.6. Grossmünster: Zwölfbotenkapelle
4. Wasserkirche
5.1. Fraumünster: Kreuzgang
5.2. Fraumünster: Pfeilerreliefs
5.3. Fraumünster: Freskenzyklus P. Bodmer
6.1. Lindenhof
6.2. Lindenhof: Prozession
7. Landesmuseum
8. Weitere Orte

Informationen zu den einzelnen Stationen

Karte mit den Stationen des Rundgangs

Video-Podcasts und iPhone App
Der multimediale Pfad steht in Form von Video-Podcasts zur Verfügung, die auf ein mobiles Gerät – iPod (über iTunes) oder Mp3-Player – geladen werden können. Die Filme können aber auch direkt auf der Webseite als Vorbereitung für den Rundgang angeschaut werden. Ende Juli 2010 wurde eine iPhone-Applikation veröffentlicht, welche im App Store (Suche: Züri Sights) gratis heruntergeladen werden kann.

Herunterladen über iTunes
Herzunterladen über das iPhone

„Auf der Karte sieht man die Route von Station zu Station des Rundgangs eingeblendet. Dank des GPS wissen Sie jederzeit, wo Sie sich befinden und finden immer wieder schnell auf die Route zurück, selbst wenn Sie mal in die falsche Richtung gelaufen sind. Wenn Sie sich in der Nähe einer Station befinden, zeigt die App dies durch einen Hinweis an. Danach werden die Informationen zu der jeweiligen Station angezeigt und Sie können den Video dazu anschauen. Wir wuneschen viel Spass beim Stadtrundgang!“ [UZH]



Film: Auf den Spuren der Märtyrer

Sonntag, 27. Februar 2011

Blogpost-Serie zum technologiegestützten Lehren und Lernen an der Hochschule

Abbildung: Beat Näf, UZH
Mit diesem Eintrag beginne ich eine Blogpost-Serie, in der ich E-Learning-Projekte zur Vermittlung von Kunst und Kultur an Hochschulen vorstelle. Als erstes werde ich kunst-/historische Projekte thematisieren und beschreiben, daran anschließend werden andere Fächer einbezogen.

Die Fächer Geschichte und Kunstgeschichte eignen sich für technologischunterstütztes Lernen besonders, weil die Studienobjekte nur selten im Original in den Hörsaal kommen. Kunst- und Kulturobjekte wie Gemälde, Skulpturen, Bauten oder historische Orte sind Lernobjekte, zu denen häufig zusätzliche und vertiefende Informationen zur Verfügung stehen. Durch verschiedene Technologien können diese virtuell in den Hörsaal geholt oder weiterführende Information an Ort und Stelle bereitgestellt werden. Die fachgerechte Aufbereitung für technologischunterstütztes Lehren und Lernen sowie die Umsetzung verschiedener Lernszenarien sind eine Herausforderung.

Kooperationsprojekte von Universitäten, Museen und/oder Archiven werden ebenfalls in dieser Serie berücksichtigt.

An der Universität Zürich werden interessante E-Learning-Projekte durchgeführt. Die am Historischen Seminar und am Kunsthistorischen Institut umgesetzten Projekte sollen die ersten sein, die im Folgenden vorstellt werden.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Schule des Sehens

Aufgrund meiner neuen Aufgabe als E-Learning-Koordinatorin der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich (CH) werde ich mich in diesem Weblog auch der Kunst- und Kulturvermittlung an Hochschulen und Universitäten zuwenden. Als erstes Beispiel habe ich das E-Learning-Angebot Schule des Sehens gewählt.

Schule des Sehens ist ein Projekt der kunstgeschichtlichen Institute der Universitäten Berlin (FU), Bern, Dresden, Hamburg, Marburg, München (LMU) und des Münchner Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Es bietet Interessierten Lehrveranstaltungen und Studieneinheiten unterschiedlichen Umfangs und Schwierigkeitsgrads an - kontinuierlich für das unbetreute Eigenstudium, gelegentlich im Rahmen betreuter Seminare. Ziel ist es, die Schule des Sehens als Ort des gemeinschaftlichen Lernens zu etablieren, ein Lernort der geschichtliche Erfahrung vermittelt und zu kritischem Umgang mit Bildern befähigt.

Für das unbetreute Selbststudium werden folgende Veranstaltungen angeboten:

Einführung in die antike Mythologie (Katharina Krause, Lutz Heusinger)
Einführung in die politische Ikonographie (Martin Warnke)
Einführung in die Architektur der Renaissance und des Barock (Ulrich Fürst)
Einführung in die Filmanalyse (Heinz-Bernd Heller)

Einführung in die Schule des Sehens
Informationen zum Projekt
Projektpartner

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Open Educational Resources about Arts and Humanities

"The OpenLearn website gives free access to Open University course materials. This is the LearningSpace, where you'll find hundreds of free study units, each with a discussion forum. Study independently at your own pace or join a group and use the free learning tools to work with others." [OpenLearn]

Two units as examples:
Studying the arts and humanities
"This unit is an introduction to studying the arts and humanities. It takes you through a series of exercises designed to develop your approach to study and learning at a distance and improve your confidence as an independent learner." [OpenLearn]

Finding information in arts and history
"This unit will help you to identify and use information in Arts and History, whether for your work, study or personal purposes. Experiment with some of the key resources in this subject area, and learn about the skills which will enable you to plan searches for information, so you can find what you are looking for more easily. Discover the meaning of information quality, and learn how to evaluate the information you come across. You will also be introduced to the many different ways of organising your own information, and learn how to reference it properly in your work. Finally, discover how to keep up to date with the latest developments in your area of interest by using tools such as RSS and mailing lists." [OpenLearn]

More other units are available. You find them here.

Montag, 1. März 2010

LILI - Learning Information Library

"Your innovative access to learning resources for education

Lili supports the sharing of digital resources in the Teaching Education Community. Lili is part of the EU co-funded project Share.TEC project which aims to create a digital environment that fosters access, retrieval and reuse of resources for Teacher Education across Europe.

The intended users of the system are teacher educators, teachers engaged in self-guided learning and flexible learning as well as developers and publishers of digital resources for TE.

GIVE

  • Lili creates possibilities for users to share their knowledge and digital resources and contributes to a comprehensive database collection of teacher education resources
  • Lili will contribute to the Share.TEC project towards an extendible federated aggregation of resources, providing access both to the partner's own content and to other TE repositories.
  • Users of the system will be able to search and retrieve resources which have been produced and made available by other users.

USE

  • User involvement is an essential feature of Lili and Share.TEC. The project idea is to establish a network of user communities that will continue beyond project completion, thus attaining sustainability.
  • The vision is that digital resources are driving forces in educational innovation processes which can help build bridges among the different cultures of the member states." 
 [http://phaedrus.cs.tcd.ie/adrupal/]

Sonntag, 14. Februar 2010

Exploring European history and heritage: Helping educators in secondary schools to teach about European history and heritage from multiple perspectives

In this project an online tool for learning about European history and heritage will be developed, tested and implemented. It will be made for usage in secondary education. "The tool will consist of a freely accessible data-base with educational material that is searchable by theme, period and location and is presented in teaching units for one lesson. The material will be designed in such a way, that it is complementary to the history, heritage and geography education curricula and motivates a new generation to learn about Europe. Unique about the tool will be the option to make inter and intra state comparisons and see European history and heritage from multiple perspectives. This tool will make young people aware of the current impact of Europe on their personal lives. The European perspective helps us not only to look at our own past through the eyes of the “other”, but also to understand differences in order to overcome divisions, and to transform history into a workshop of cross-cultural dialogue that examines multiple interpretations of the past instead of one “correct” version of history. The tool will be allow educators to access wealth of material, see the national history in its European context, make comparison and see parallels. The project will promote the use of ICT in secondary education and the creative and innovative use of maps, audiovisual material and interactive sources. The material will be accessible for everybody with an internet connection via the fast fiber connected play-out co-locations of Digital Film Center BV EU. The involvement of experts from Edinburgh University, Erasmus University and the Georg Eckert Institute will ensure the high quality of the educational material. The project results will be implemented in most European countries with help of several European wide umbrella organisations connecting more than 200 museum, teacher and heritage associations." [European Commission > Education and Culture > EVE]

Contact: European Association of History Educators

Donnerstag, 19. März 2009

Definitionen zum Lernen

Formales Lernen
Lernen, das üblicherweise in einer Bildungs- oder Ausbildungseinrichtung stattfindet, (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) strukturiert ist und zur Zertifizierung führt. Formales Lernen ist aus der Sicht des Lernenden zielgerichtet.

Nicht-formales Lernen
Lernen, das nicht in Bildungs- oder Berufsbildungseinrichtung stattfindet und üblicherweise nicht zur Zertifizierung führt. Gleichwohl ist es systematisch (in Bezug auf Lernziele, Lerndauer und Lernmittel). Aus Sicht der Lernenden ist es zielgerichtet.

Informelles Lernen
Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Es ist (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) nicht strukturiert und führt üblicherweise nicht zur Zertifizierung. Informelles Lernen kann zielgerichtet sein, ist jedoch in den meisten Fällen nichtintentional (oder "inzidentell"/beiläufig).

Lebenslanges Lernen ist ...
"alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen, bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt." (Kommission der Europäischen Gemeinschaft 2001, S. 9) In dieser sehr breiten Definition spiegelt sich auch das gesamte Spektrum von Lernen wider, das auch formales, nicht-formales und informelles Lernen umfasst.

Quelle: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (2001). Mitteilung der Kommission: Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen. KOM(2001) 678 endgültig Brüssel. Webseite (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2001:0678:FIN:DE:PDF), Zugriff am: 19.03.2009.